Veröffentlichung gemäß Offenlegungsverordnung

Nach der Offenlegungsverordnung (EU Verordnung 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten für Finanzdienstleiter) sind Finanzmarktteilnehmer (z. B. ein Versicherungsunternehmen, das ein Versicherungsanlageprodukt anbietet) und Finanzberater verpflichtet, Transparenz bei der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und der Berücksichtigung nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen in ihren Prozessen herzustellen und entsprechende Informationen zu veröffentlichen.

Ein Nachhaltigkeitsrisiko stellt gemäß Art. 2 Nr. 22 der Offenlegungsverordnung ein Ereignis oder eine Bedingung in den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) oder Unternehmensführung (Governance) dar, dessen beziehungsweise deren Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte. Die Kurzbezeichnung dieser Risiken lautet in Anlehnung an die englischen Begriffe ESG-Risiken. Sie werden von uns als Teilaspekte bekannter Risikoarten, wie des Marktpreis- oder Kreditrisikos, angesehen und behandelt.

Nachfolgend finden Sie Erläuterungen der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich zu den angeführten Artikeln der Offenlegungsverordnung.

 

Artikel 3 – Transparenz bei den Strategien für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich verfolgt als reguliertes Versicherungsunternehmen eine langfristige Ausrichtung bei der Kapitalanlage in der konventionellen Lebensversicherung, was neben der Berücksichtigung üblicher Finanzdaten und -kennzahlen auch eine Berücksichtigung von Risiken aus den drei Nachhaltigkeitsbereichen Umwelt (E – „Environment“), Soziales (S – „Social“) und Unternehmensführung (G „Governance“) beinhaltet. Wir sehen dabei Nachhaltigkeitsrisiken als Teilaspekte bekannter Risikoarten wie Marktpreis-, Kredit- und Gegenparteirisiko von Kapitalanlagen.

Für traditionelle Investmentformen wie Aktien und Anleihen wird ein ESG-Rating, das die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung aggregiert abbildet, von einem externen Datenanbieter bezogen. Soweit derartige Investments unterhalb einer bestimmten ESG-Ratinggrenze liegen, sind diese zu unterlassen oder gesondert zu begründen („Comply-or-Explain“). Zusätzlich sind gegenwärtig die folgenden Ausschlusskriterien bei Einzelinvestitionen in Wertpapier-Direktbestand implementiert: Die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich investiert nicht in Agrarrohstoffe oder deren Derivate. Außerdem wird nicht in Fremd- oder Eigenkapital von Unternehmen, die mit der Herstellung und/oder Vermarktung von Streumunition und Anti-Personen-Minen in Zusammenhang stehen, investiert. Bei Investmentfonds sollte, nach Möglichkeit der vorhandenen Erkenntnisse, kein Fokus auf nicht-nachhaltige Branchen (z. B. Fokus auf Rüstungshersteller) gelegt werden.

Bei alternativen Investmentformen wie Immobilien, Private Equity und Infrastruktur soll grundsätzlich eine ESG-Richtlinie als Voraussetzung für ein Investment vorliegen.

 

Artikel 4 – Transparenz nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Unternehmens

Die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich verfolgt als reguliertes Versicherungsunternehmen eine langfristige Ausrichtung bei der Kapitalanlage in der konventionellen Lebensversicherung. Dazu zählt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung in Investitionsentscheidungsprozessen. Für die Details vgl. hierzu die Ausführungen zu Artikel 3 der Offenlegungsverordnung.

Die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsrisiken stellt die Erfassung und Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf die in Artikel 2 Nr. 24 der Offenlegungsverordnung definierten Nachhaltigkeitsfaktoren (Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung) dar: Die nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. auf Indikatoren, die zur Messung von nachteiligen Wirkungen auf diese Nachhaltigkeitsfaktoren verwendet werden können, schlagen sich mittel- oder unmittelbar in Bewertungsrisiken für Kapitalanlagen nieder. Gründe dafür können staatliche Eingriffe, Verhaltensänderungen von Investoren und Konsumenten sowie Reputationseffekte sein. Die genauen Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. Nachhaltigkeitsindikatoren sind damit zeitabhängig und derzeit – auch in Folge von Datenbeschränkungen – nicht exakt beschreibbar.

Neben der fortlaufenden Weiterentwicklung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Investitionsentscheidungsprozessen bezieht die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich für traditionelle Investmentformen wie Einzelaktien und -anleihen deshalb eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren von einem externen ESG-Datenanbieter, wie z. B.

  • Klima- und andere umweltbezogene Indikatoren, u. a.
    • Treibhausgasemissionen
    • Biodiversität
    • Wasseremissionen
    • Gefahrenabfälle
  • Indikatoren zu Soziales und Arbeitnehmern sowie zur Unternehmensführung, u. a.
    • Verletzungen von internationalen Vereinbarungen, wie z. B. dem UN Global Compact oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen
    • Geschlechtsspezifisches Lohngefälle
    • Geschlechter Diversität in Managementpositionen
    • Herstellung und/oder Vermarktung von kontroversen Waffen

Die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich prüft die Nachhaltigkeitsindikatoren auf Eignung für die Integration in Investitionsentscheidungsprozesse und verwendet diese, um gesetzlichen Offenlegungspflichten nachzukommen. Ebenso prüft die NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich, inwieweit entsprechende Daten für alternative Investmentformen wie Immobilien, Private Equity (privates Beteiligungskapital) und Infrastruktur vorliegen.

Die NÜRNBERGER Versicherung plant auf Konzernebene zeitnah die Unterzeichnung der United Nations Principles for Responsible Investment (UN PRI). Damit dokumentiert die NÜRNBERGER Versicherung die konsequente Integration von ESG-Kriterien in Investitionsentscheidungsprozessen auch nach außen.

 

Artikel 5 –Transparenz der Vergütungspolitik im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

Die Festlegung der allgemeinen Grundsätze der Vergütungspolitik der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich sowie deren Überwachung und Umsetzung erfolgt durch den Gesamtvorstand der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich.

Ziel der zukunftsorientierten und nachhaltigen Vergütungspolitik der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich ist es, unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeiter und des Vorstands zu erhalten und somit eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich sicherzustellen.

Das Vergütungssystem sieht spezifische Vereinbarungen für den Vorstand vor. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus fixen Jahresbezügen, inklusive Nebenleistungen, und einer erfolgsabhängigen variablen Vergütung zusammen. Diese werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft.

Die Vergütung ist so gestaltet, dass keine Anreize gesetzt werden, den Kriterien zuwiderzuhandeln.